Innerhalb des Gesetzesrahmens

 

Nicht selten wehren Ärzte und Fachmediziner von Anfang an Fragen rund um die Themen Marketing und Werbung mit dem Verweis auf die jeweiligen Gesetzes- und Standesvorgaben ab. In der Tat gibt es entsprechende Bestimmungen, egal ob in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, doch beziehen sich diese oft nur auf einzelne Aspekte des Marketings wie zum Beispiel die Publikumswerbung.

Unlautere Werbung

In Deutschland, in der Schweiz und in Österreich gibt es Gesetze gegen den unlauteren Wettbewerb, welche sich auf alle Wirtschaftsbereiche beziehen, hinzukommen die Bestimmungen für Lauterkeit in der Werbung. Grob zusammengefasst geht es dabei immer darum, dass zum Beispiel Geschäftspraktiken nicht irreführend und Werbeaussagen wahrheitsgetreu sein müssen.

Deutschland

In diesem Sinne ist auch in der Bundesrepublik sachlich, berufsbezogene Information nicht nur erlaubt, sondern im Sinne des Patientenrechtes auch erwünscht. Im Gegensatz zu anderen Bereichen der Wirtschaft ist jedoch in der Medizin anpreisende und vergleichende Werbung nicht erlaubt. Nachhaltiges Marketing setzt in diesem Sinne sowieso nicht auf reklamehafte respektive irrelevante Aussagen. Erlaubt ist unter anderem das Auflegen von Flyern innerhalb der eigenen Praxisräumlichkeiten, die Abgabe von „Give Aways“ (kleine Geschenke), sofern deren Kosten unter 5€ liegen, oder das Versenden von Newslettern, sofern ein schriftliches Einverständnis durch den Patienten vorliegt.

Einen entsprechenden Artikel des Deutschen Ärzteblattes mit den entsprechenden Bekanntmachungen der Bundeszahnärztekammer finden Sie hier.

Schweiz

In der Schweiz wird die Werbung für Arztpraxen durch die Vorschriften des Medizinalberufsgesetzes, durch die kantonalen Gesundheitsregulierungen sowie die FMH Standesordnung geregelt. Auch hier geht es vor allem um ethische Aspekte wie zum Beispiel keine Selbstanpreisung des Arztes, dem Verleiten zu Behandlungen, die nicht nötig sind oder Aussagen, die das Ansehen des Arztberufes nicht beeinträchtigen sollen.

Aber auch in der Schweiz wird wieder mal nur von Werbung gesprochen, wie wenn fundiertes Medical Marketing nur aus Inseraten und Anzeigen bestehen würde.

Den Anhang zur Standesordnung FMH – Richtlinien Information und Werbung – finden Sie hier.

Österreich

In ihrem Schreiben vom 14.3.2017 über „Werbung für Ärzte“ fasst die WKO zusammen, dass Werbung durchaus erlaubt ist, sofern diese, wie bereits vorgängig mehrmals erwähnt, sachlich und wahrheitsgetreu ist und das Standesansehen nicht beeinträchtigt. (Wobei dies natürlich immer relativ ist und von der individuellen Interpretation abhängt.) Gleich wie in den anderen beiden Ländern dürfen Bilder von/mit Patienten verwendet werden, sofern diese ihr schriftliches Einverständnis gegeben haben. Dies ist allerdings eine Regelung, die für alle Bereiche der Wirtschaft und nicht nur für die Medizin gilt.

Das Dokument der WKO mit weiterführenden Links finden Sie hier.